Folds / Faltungen
2025
Fotografie und KI-basierte Bildgenerierung
gedruckt auf Hahnemühle Fine Art Inkjet-Papier
Größe variabel
(English below)
Ein Drittes entsteht, wenn sich Dinge berühren – durch Faltung. Wenn Oberflächen sich übereinanderlegen, ohne eins zu werden, entstehen Zonen der Irritation, Momente, in denen neue Formen, Empfindungen und Gedanken auftauchen. Die Falte ist ein Übergang, kein Ort. Gilles Deleuze spricht von ihr als einer unendlichen Bewegung, in der nichts verloren geht, aber alles verwandelt wird.
Dieses Projekt bewohnt genau diesen Zwischenraum – das Unfertige, das Schwellenhafte, in dem Affekte emergieren, bevor wir sie begreifen können. Marie-Luise Angerer beschreibt in ihrem Werk Affektökologie die Berührung des Anderen in uns als einen Moment der Verunsicherung. Hier begegnen wir dem, was wir nicht vollständig kontrollieren oder kennen. Diese Berührung ist kein Abschluss, sondern ein Beginn.
Die Fotografien dieser Serie folgen solchen Punkten der Kontaktaufnahme – zwischen Haut und Sensor, Wahrnehmung und Technologie. Detailaufnahmen meiner Haut treten in Beziehung zu Berglandschaften, die aus Screenshots von Google Earth mittels KI-generierter Bildprozesse und textbasierten Prompts entstanden sind. Analoge Körperoberflächen und algorithmisch erzeugte Topografien verschränken sich zu neuen Faltungen zwischen Materialität, Simulation und Wahrnehmung.
Diese Arbeit sucht keine feste Form – sie faltet Wahrnehmung, bis etwas antwortet, das noch keinen Namen hat.
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2025
Photography and AI-based image generation
printed on Hahnemühle Fine Art Inkjet paper
Variable dimensions
A third thing emerges when two things touch – through folding. When surfaces layer without becoming one, zones of irritation arise, moments in which new forms, sensations, and thoughts surface. The fold is not a place, but a transition. Gilles Deleuze describes it as an infinite movement, in which nothing is lost, but everything is transformed.
This project inhabits precisely this in-between space – the unfinished, the threshold where affects emerge before we can grasp them. In Ecology of Affect, Marie-Luise Angerer writes of the touch of the Other within us as a moment of unsettlement. Here we encounter what cannot be fully known or controlled. This touch is not an end, but a beginning.
The photographs in this series follow such points of contact – between skin and sensor, perception and technology. Close-up photographs of my skin enter into relation with mountain landscapes generated from Google Earth screenshots through AI-based image processes and text prompts. Analog bodily surfaces and algorithmically generated topographies intertwine into new folds between materiality, simulation, and perception.
This work does not seek a fixed form – it folds perception until something responds that does not yet have a name.
30. Mai 2025